Hinter den Gärten – Presse

Hinter den Gärten

Die Welt 19.05.2013

Was ist künstlich? Was ist natürlich? von Katja Engler Choreografin Isabelle Schad erarbeitet eine Performance zwischen stillgelegten Bahngleisen. Anna Halprin war 90 Jahre alt, als sie in New York wieder mal einen Workshop gab. Irgendwann sagte da die unverändert wendige Pionierin des postmodernen Tanzes: “Ich nutze Bewegungen als einen Weg, um in uns zu verankern, wer wir sind. Tanz kann durch den Körper den Geist formen.” Die Berliner Choreografin Isabelle Schad nennt Isadora Duncan und Anna Halprin, wenn sie zu umreißen versucht, was für eine Art Bewegungs-Theater sie macht und wer sie inspiriert. Derzeit probt sie mit 30 Männern und Frauen, Laien und Profi-Tänzern, auf einer Brache im Hamburger Oberhafen […] weiterlesen : www.welt.de

Hamburger Abendblatt 22.05.2013

“Hinter den Gärten”: von der Weisheit der Körper von Katja Engler Zwischen stillgelegten Gleisen am Oberhafen feiert Isabelle Schads Tanzperformance “Hinter den Gärten” Premiere. Zuschauer können sich frei auf dem Gelände bewegen und in bestimmten Grenzen “mitgehen”. Alles ist mit allem verbunden, jede Bewegung wirkt sich auf das Ganze aus: Gleich einzelnen Teilchen wabernden Plasmas bewegen sich die Männer und Frauen miteinander wie in einem großen Strom. Dann wieder halten sie jeder den Fuß eines anderen fest: Die Gemeinschaft, die die Choreografin Isabelle Schad hier auf einer Brache zwischen stillgelegten Bahngleisen im Oberhafen herstellt, hat sich zusammengefunden, um eine poetische urbane Intervention mit Leben zu füllen: “Hinter den Gärten” heißt die Bewegungsperformance, die an diesem Mittwoch, 22. Mai, hier Premiere hat. Die Zuschauer können sich frei auf dem Gelände bewegen und in bestimmten Grenzen “mitgehen” […] weiterlesen: Hamburger Abendblatt

Hamburgtheater / online 26.5. 2013

Atmende Grashügel von Birgit Schmalmack Hinter den Lagerhallen am Oberhafen tut sich Wundersames. Da wächst englischer Rasen, da stehen Chrysanthemen ordentlich aufgereiht in kleinen Töpfen, da hängen sich die Menschen in die Bäume. Trotz widrigster Wetterumstände wälzen sie sich auf dem Boden, schmiegen sich an die Grashügel, schaukeln in den Zweigen und werden zu sich bewegenden Menschenhügeln. Sie werden zum einem Teil der Natur. Dabei verändern sie sich kontinuierlich. Sie bilden wortlose Arbeitsgruppen, dirigieren den anderen an der Kleidung um die eigene Achse und kuscheln sich aneinander. Sie werden zu Raupen und zu arbeitenden Organismen, bis sie sich zum Schluss auf ihre eigenen zwei Beine stellen und über die Gleise einzeln ihrer Wege gehen. Die Sounddesigner, die an dem Projekt „Hinter den Gärten“ der Tanzinitiative Hamburg mitgearbeitet haben, haben die Geräusche der Umgebung geschickt einbezogen in ihr Sound-Konzept. Sie verstärken und mischen die ständig vorhanden Klänge der Umgebung zu neuen Kulissen zusammen, so das auch hier Kunst, Natur und Technik ineinander fließen und eine neue Einheit bilden können, die nicht mehr zu trennen ist. Die Choreographin Isabelle Schad hat ein wunderbar sinnliches und einfaches Kunstwerk mitten in einer Industriebrache entstehen lassen. Direkt neben der schnieken, blitzeblanken Hafencity liegt hier ein fast ungenutztes Kleinod, das sich für solche Aneignungen anbietet, so lange es noch existiert. Toll das es jemand dafür entdeckt hat zu zeigen, was eine Community aus Künstlern und Laien hier gemeinsam erschaffen kann.