Cyborg Moves

Fotos: Wolfgang Unger

Cyborg Moves

Werkstatt zur Zukunft von Bewegung 20. – 26. Januar 2003 Kampnagel Hamburg

Menschmaschine – Maschinenmensch. Kunst, Literatur und Wissenschaft haben sich zu allen Zeiten daran gemacht, den Menschen neu zu „erfinden“. Heute, so sieht es aus, steht die Entwicklung der Menschheit ganz real an einem Wendepunkt: Der künstliche Mensch scheint in greifbare Nähe gerückt. Die Koordinaten von Raum und Zeit, in deren Raster wir uns bislang bewegten, haben sich grenzenlos verschoben.

Empfinden wir diese Veränderungen als ultimatives Horrorszenario oder begrüßen wir sie als Entwürfe positiver Utopien im Sinne von einer Erweiterung oder gar einer Neuerfindung der Natur? Damit stellt sich auch die Frage, wie anpassungsfähig und somit zukunftstauglich unser sterblicher Körper überhaupt ist, in dem wir uns so lange heimisch und geborgen gefühlt haben. Taugt dieses Haus für ein Leben in einer anderen als der uns vertrauten Welt? Ästhetik und Funktion zukünftiger körperlicher Bewegung stehen im Mittelpunkt einer 7-tägigen Werkstatt , geleitet von dem Wiener Choreografen und Tänzer Chris Haring und der Wiener Künstlerin Birgit Sauer. Anhand von Science Fiction Filmen werden „entgrenzte“ Bewegungsmuster in der künstlerischen Auseinandersetzung herangezogen. Der Körper wird zum Labor und zur Projektionsfläche einer poetischen sowie materiell-physischen, mitunter absurd-ironischen Zeitreise. Eine Woche lang arbeiten TänzerInnen, ChorepgrafInnen, AutorInnen, FilmemacherInnen, ArchitekInnen zusammen. Bewegung bildet die gemeinsame Schnittmenge ihrer Recherche.

Künstlerische Leitung: Chris Haring, Birgit Sauer / Wien
Teilnehmer: Anke Buch, Dorothea Grießbach, Christa Hansen, Irmela Kästner, David Kleinl, Hans-Arthur Marsiske, Joschi Neu, Olaf Reinecke, Jochen Roller, Elske Seidel, Antje Westerhoff
Vortrag: Prof. Dr. Dietrich Manzey „Früher Fiktion heute Wirklichkeit: Leben und Arbeiten im Weltraum aus psychologischer Sicht“
Internet-Live-Performance: VIRTUELLA, „New Age 1.0“
Vortrag: Helmut Ploebst, „WYSIWYG – Performance, Projektionen“
Performance: Eva Meyer-Keller, „Death is Certain“
Abschlussperformance der Werkstatt „Cyborg Moves” Videos zu Cyborg: siehe Publikationen – Film/Video In Kooperation mit Kampnagel Hamburg, gefördert von der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, mit Unterstützung des Kulturforums der österreichischen Botschaft Berlin